Marschenlexikon PDF Drucken E-Mail

Artesischer Brunnen:
Wo der Grundwasserkörper zwischen zwei undurchlässigen Schichten liegt und das Wasser keinen Abfluß hat, können „artesische Brunnen" erbohrt werden. Liegt das Einzugsgebiet höher als die Bohrstelle, springt die Quelle, da der Eigendruck des Wasserkörpers hoch genug ist, um das Wasser an die Oberfläche zu befördern. Diese besonderen Verhältnisse finden wir in der Wilstermarsch an der „Tiefsten Landstelle" vor.

Barghus:
Typisches Haus (oder Scheune) der Wilstermarsch mit weit heruntergezogenem Reetdach.

Boßeln:
Altes, noch heute betriebenes Wettkampfspiel der Küsten- und Elbmarschenbewohner zwischen zwei Mannschaften mit einer Kugel. Diese Boßelkugel besteht aus Hartholz mit Bleieinschlüssen, hat einen Durchmesser von 12 cm und wiegt 750 Gramm. Die Mannschaften werfen die Kugel abwechselnd entlang einer zuvor abgemessenen Strecke (z. B. Weide, Feldweg oder im Vorland). Gewinner ist, wer die mehrere Kilometer lange Boßelstrecke mit den wenigsten Würfen überwunden hat.

Deich:
Dammartiger Erdwall mit einer Rasen- oder Asphaltabdeckung (Deichhaut) entlang der Küstenlinie oder der Flußläufe zum Schutze des Landes.

Fleet:
Hauptgraben in der Marsch.

Grüppe:
Flacher Beetgraben.

Klei:
Kleiboden, Marschboden, aus Ablagerungen (Sinkstoffen) feinster Körnung des Meeres und des Tideflusses entstandener, alluvialer Marschboden (Klei ist abgeleitet von Kleben).

Marsch:
Alluvialer Boden aus Ablagerungen des Gezeitenmeeres (Seemarsch) und der Tideflüsse (Brackmarsch).

Nord-Ostsee-Kanal:
(Früher: Kaiser-Wilhelm-Kanal, in der internationalen Schiffahrt „Kiel Canal" genannt). Dem internationalen Seeverkehr dienende Bundeswasserstraße als Verbindungslinie zwischen der Nord- und Ostsee von Brunsbüttel/Elbe über Rendsburg nach Kiel. Er wurde nach achtjähriger Bauzeit am 21. Juni 1895 dem Verkehr übergeben. Seine Länge beträgt 98,637 km, die Breite im Wasserspiegel 162 m (zum Teil noch 102,5 m) und an der Sohle 90 m (zum Teil noch 44 m), die Wassertiefe beträgt 11 m. Zugelassen ist er für Schiffe bis zu 235 m Länge, 32,5 m Breite, 9,5 m Tiefgang und 40 m Höhe über dem Wasserspiegel. Durch ihn wird der Weg über Skagen durch das Skagerrak um 250 Seemeilen verkürzt.

Schöpfwerk:
Pumpwerksanlage zur Entwässerung tiefliegender, landwirtschaftlich genutzter Flächen. Durch Pumpen wird das überschüssige Wasser in den höher gelegenen Vorfluter gepumpt.

Siel:
Durchlassbauwerk im Seedeich für ein Gewässer mit meistens durch den Wasserüberdruck sich schließenden (Flut) oder zum Meer bzw. Fluß sich öffnenden (Ebbe) Toren, die das Abfließen des Binnenwassers ermöglichen.

Sperrwerk:
Sturmflutsperrwerk: Bauwerk in einem Tidefluß mit Verschlußvorrichtungen zum Absperren bestimmter Tiden vor allem zum Schutz des Binnenlandes vor Sturmfluten.

Stöpe:
Öffnung in einem Mitteldeich im Verlauf einer Straße. Sie ist so gestaltet, daß sie bei einer Überflutung des davorliegenden Landes im Falle eines Flußdurchbruches mit Holzbohlen wasserdicht verschlossen werden kann.

Vorfluter:
Gewässer, in dem das Wasser mit natürlichem Gefälle oder durch künstliche Hebung (Schöpfen) abfließen kann.
 

 
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 Wilstermarsch Service GmbH, 04823/9215950